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Ihre Website bekommt Besucher, aber kaum Anfragen? So finden Sie die Ursachen.

Tobias Werner, Funktioniert Einfach
· 8 Min. Lesezeit
Sie haben eine Website, auf der Ihre Leistungen stehen, Ihr Unternehmen vorgestellt wird und eine Kontaktmöglichkeit vorhanden ist. Trotzdem bleibt das Postfach auffällig ruhig. Vielleicht kommen gelegentlich Anfragen, aber nur wenige passen zu Ihrem Angebot.
Dann lohnt sich ein genauer Blick auf den Weg vom ersten Besuch bis zur Nachricht. Kommen die richtigen Menschen auf Ihre Seite? Verstehen sie Ihr Angebot? Finden sie genügend Gründe, Ihnen zu vertrauen? Und funktioniert die Kontaktaufnahme tatsächlich?
Mit den folgenden Prüfungen können Sie mögliche Ursachen eingrenzen und entscheiden, welche Verbesserung zuerst sinnvoll ist.
1. Prüfen Sie zuerst, wer Ihre Website besucht
Ein Interessent, der einen Anbieter sucht, bringt eine andere Absicht mit als jemand, der sich über einen Beruf informiert oder eine Anleitung lesen möchte. Beide können Ihre Website aufrufen. Die Wahrscheinlichkeit einer Anfrage lässt sich deshalb nicht allein aus der Gesamtzahl der Besuche ableiten.
Falls Sie die Google Search Console nutzen, sehen Sie im Leistungsbericht, über welche Suchanfragen und Seiten Klicks aus der Google-Suche entstehen. Unterscheiden Sie dabei Impressionen, also Einblendungen in Suchergebnissen, von tatsächlichen Klicks. Dieser Bericht erfasst die Google-Suche, nicht sämtliche Besuche Ihrer Website. [1]
Fragen Sie sich:
- Suchen diese Menschen eine Leistung, die ich tatsächlich anbiete?
- Passen Standort, Projektart und Kundengruppe zu meinem Unternehmen?
- Landen sie auf einer Seite, die genau diese Leistung erklärt?
- Habe ich bereits eine ausreichende Beobachtungsgrundlage oder beurteile ich nur einige wenige Besuche?
Auch ohne Besuchermessung können Sie die Einstiege prüfen: Wohin führen Ihre Links aus Branchenverzeichnissen, sozialen Netzwerken oder E-Mails? Wer beispielsweise auf einen Beitrag über Wartung klickt, sollte anschließend leicht zur passenden Wartungsleistung finden.
Ein praktischer erster Schritt: Wählen Sie Ihre wichtigste Leistung und gehen Sie den Weg eines Interessenten bis zur Anfrage selbst durch. Notieren Sie, an welcher Stelle Informationen fehlen oder unnötige Umwege entstehen.
2. Machen Sie Ihr Angebot beim ersten Lesen verständlich
Sie kennen Ihr Unternehmen und ergänzen fehlende Informationen beim Lesen automatisch. Ein neuer Besucher kann das nicht.
Bitten Sie deshalb eine Person, die Ihr Angebot noch nicht kennt, Ihre wichtigste Einstiegsseite anzusehen. Geben Sie vorher keine Erklärung. Fragen Sie anschließend:
- Was bietet dieses Unternehmen konkret an?
- Für welche Kunden oder Situationen ist das Angebot gedacht?
- Was wäre der nächste Schritt, wenn Sie Interesse hätten?
Unklare Antworten zeigen Ihnen, welche Informationen deutlicher werden sollten. Dieser kleine Verständlichkeitstest ist keine repräsentative Untersuchung. Er kann aber Stellen sichtbar machen, die Ihnen selbst längst selbstverständlich erscheinen.
Ein fiktives Vorher-nachher-Beispiel
Angenommen, ein Betrieb bietet regelmäßige Büroreinigung an.
Unklarer Einstieg:
„Ihr zuverlässiger Partner für individuelle Lösungen. Qualität und Service stehen bei uns an erster Stelle.“
Konkreter Einstieg:
„Regelmäßige Büroreinigung für Unternehmen. Wir reinigen Ihre Büroräume nach einem gemeinsam vereinbarten Leistungsplan. Teilen Sie uns den Standort und die ungefähre Fläche mit. Anschließend klären wir, welche Reinigung Sie benötigen.“
Passender Button: „Büroreinigung anfragen“
Die zweite Fassung nennt Leistung, Zielgruppe und den Ablauf der ersten Anfrage. Besucher können dadurch leichter einschätzen, ob sie richtig sind. Natürlich darf ein solcher Text nur Leistungen und Abläufe beschreiben, die der Betrieb tatsächlich anbietet.
Prüfen Sie auf Ihrer eigenen Seite besonders Überschrift, Einleitung und Button. Welche allgemeine Aussage können Sie durch eine konkrete Information ersetzen?
3. Beantworten Sie die Fragen vor der Entscheidung
Ein Interessent kann Ihr Angebot verstehen und trotzdem zögern. Vielleicht fehlt ihm eine Information, die für seine Entscheidung wichtig ist.
Gehen Sie Ihre Leistungsseite aus Kundensicht durch:
- Leistungsumfang: Was übernehmen Sie konkret? Wo endet das Angebot?
- Eignung: Für welche Aufgaben, Unternehmen oder Projektgrößen passt Ihre Leistung?
- Zusammenarbeit: Was passiert nach der ersten Nachricht?
- Aufwand und Kosten: Gibt es einen veröffentlichten Preis oder verständliche Faktoren, von denen das Angebot abhängt?
- Verantwortung: Wer ist Ansprechpartner?
- Nachweise: Welche tatsächlichen Arbeiten, Erfahrungen oder Qualifikationen helfen bei der Einordnung?
Sie müssen nicht jede denkbare Frage auf der Startseite beantworten. Eine klar verlinkte Leistungsseite kann die Details übernehmen.
Zeigen Sie konkrete Arbeit, wenn Sie sie veröffentlichen dürfen. Bei einem Projektbeispiel sind Ausgangslage, Aufgabe und Umsetzung hilfreich. Ein Designentwurf kann Gestaltungsmöglichkeiten zeigen, sollte aber ausdrücklich als solcher erkennbar sein.
Überlegen Sie auch, welche Fragen Ihnen am Telefon immer wieder gestellt werden. Das sind gute Kandidaten für Ihre Website. Eine verständliche Antwort kann Interessenten bei der Vorbereitung helfen und Ihnen wiederkehrende Erklärungen abnehmen.
Wie Angebot, Inhalte und Kontaktweg bei einer Unternehmenswebsite zusammenspielen, erfahren Sie auch in unseren Leistungen für Websites und digitales Marketing.
4. Testen Sie die Website auf einem echten Smartphone
Öffnen Sie Ihre Seite auf Ihrem Handy und nehmen Sie sich eine konkrete Aufgabe vor: „Ich möchte herausfinden, ob dieser Anbieter mein Projekt übernehmen kann, und ihm eine Nachricht senden.“
Achten Sie dabei auf den gesamten Weg:
- Sind Angebot und Überschriften ohne Vergrößern lesbar?
- Lassen sich Menü, Buttons und Formularfelder sicher bedienen?
- Bleiben Inhalte während des Ladens an ihrer Position?
- Verdeckt eine feste Leiste wichtige Informationen oder den Absende-Button?
- Funktioniert das Formular auch mit eingeblendeter Bildschirmtastatur?
Googles Core Web Vitals betrachten Ladeverhalten, Reaktionsfähigkeit und visuelle Stabilität. Entsprechende Messungen können technische Probleme eingrenzen. Sie beantworten jedoch nicht, ob Ihr Angebot verständlich oder für den Besucher passend ist. [2]
Verbinden Sie daher technische Prüfungen mit einer tatsächlichen Nutzung. Ein auffälliger Messwert ist ein Anlass, die Ursache zu untersuchen. Eine konkrete Bedienhürde auf dem Smartphone verdient ebenfalls Aufmerksamkeit.
5. Prüfen Sie, ob aus Interesse wirklich eine Nachricht werden kann
Ein Kontaktformular erfüllt seine Aufgabe erst, wenn die Anfrage zuverlässig bei Ihnen ankommt.
Senden Sie über Ihre eigene Website eine klar als Test gekennzeichnete Nachricht. Prüfen Sie anschließend die Bestätigung auf der Website und den Eingang an der vorgesehenen Stelle, beispielsweise im Postfach oder im Kundenverwaltungssystem. Eine sichtbare Erfolgsmeldung allein belegt den Eingang dort noch nicht.
Sehen Sie sich danach die Formularfelder an. Welche Angaben brauchen Sie für eine erste sinnvolle Antwort? Welche Details können Sie später besprechen?
Die W3C-Empfehlungen für zugängliche Formulare betonen verständliche Beschriftungen, klare Hinweise, hilfreiche Fehlermeldungen und eine Beschränkung auf benötigte Angaben. [3]
Bei einer allgemeinen Projektanfrage können ein Kontaktweg und eine kurze Beschreibung des Vorhabens zunächst genügen. Bei einem örtlichen Einsatz kann zusätzlich die Postleitzahl wichtig sein. Welche Felder erforderlich sind, hängt vom Angebot ab.
Machen Sie außerdem deutlich, was nach dem Absenden passiert. Beispielsweise:
„Beschreiben Sie kurz Ihr Vorhaben. Anschließend klären wir die offenen Fragen und die nächsten Schritte.“
Verwenden Sie diese Formulierung nur, wenn sie zu Ihrem tatsächlichen Ablauf passt. Eine konkrete Antwortzeit sollten Sie dann nennen, wenn Sie sie verlässlich einhalten können.
6. Legen Sie eine sinnvolle Reihenfolge für Verbesserungen fest
Bearbeiten Sie zuerst Probleme, die eine Anfrage unmittelbar verhindern. Danach folgen die Punkte, die Interessenten bei ihrer Entscheidung helfen.
| Beobachtung | Sinnvoller erster Schritt | Priorität |
|---|---|---|
| Eine Testanfrage erreicht Sie nicht. | Formular, Versand und Empfang prüfen und den Fehler beheben. | Sofort |
| Die Kontaktaufnahme ist auf dem Handy kaum bedienbar. | Das konkrete Hindernis im mobilen Ablauf beseitigen. | Sehr hoch |
| Außenstehende können Ihr Angebot nicht verständlich wiedergeben. | Überschrift, Einstieg und Leistungsbeschreibung präzisieren. | Hoch |
| Interessenten fragen wiederholt nach Umfang, Ablauf oder Zuständigkeit. | Die fehlenden Antworten auf der passenden Leistungsseite ergänzen. | Hoch |
| Die erkennbaren Einstiege passen kaum zu Ihrem Angebot. | Herkunft der Besucher und verlinkte Zielseiten prüfen. | Hoch |
| Die wesentlichen Wege funktionieren und sind verständlich. | Gestaltung verfeinern und weitere Verbesserungen gezielt prüfen. | Nachgelagert |
Diese Reihenfolge ist eine praktische Arbeitshilfe. Entscheidend bleibt, welche Hindernisse Sie auf Ihrer eigenen Website tatsächlich feststellen.
Halten Sie fest, was Sie ändern und warum. So können Sie später nachvollziehen, ob Sie das beobachtete Problem gelöst haben.
7. Wann reichen Änderungen, wann ist eine neue Website sinnvoll?
Gezielte Verbesserungen sind naheliegend, wenn Ihre Website technisch zuverlässig läuft, mobil bedienbar ist und sich Inhalte leicht ändern lassen. Ein klarerer Einstieg, eine verständlichere Leistungsseite oder ein überarbeitetes Formular können dann ein sinnvoller Anfang sein.
Ein Neuaufbau kommt eher infrage, wenn mehrere grundlegende Probleme zusammenkommen: Ihr heutiges Angebot passt kaum noch zur Seitenstruktur, die mobile Bedienung ist durchgehend schwierig oder wichtige Änderungen lassen sich nur mit unverhältnismäßigem Aufwand umsetzen.
Vergleichen Sie dafür konkret:
- Was lässt sich im bestehenden System verbessern?
- Welche Probleme würden dabei bestehen bleiben?
- Welcher Aufwand entsteht für eine Überarbeitung?
- Welchen zusätzlichen Nutzen bringt ein Neuaufbau?
Das Alter einer Website allein beantwortet diese Fragen nicht. Ebenso wenig löst ein moderneres Design automatisch ein Problem mit unpassenden Besuchern oder einem schwer verständlichen Angebot.
8. Beurteilen Sie, ob die Anfragen zu Ihrem Unternehmen passen
Nach einer Überarbeitung sollten Sie prüfen, ob die zuvor festgestellte Hürde beseitigt ist. Kann eine außenstehende Person das Angebot jetzt erklären? Funktioniert die Testanfrage? Lässt sich der Kontaktweg mobil vollständig bedienen?
Beobachten Sie anschließend auch die eingehenden Anfragen. Passen Leistung, Einsatzgebiet und Projektumfang? Haben Interessenten die wichtigsten Informationen verstanden? Können Sie aus dem Erstkontakt ein sinnvolles Gespräch entwickeln?
Notieren Sie größere Änderungen und berücksichtigen Sie gleichzeitig andere Einflüsse wie Werbung, saisonale Nachfrage oder ein verändertes Angebot. Bei wenigen Besuchen und Anfragen können einzelne Fälle das Bild stark verändern. Ein Vorher-nachher-Vergleich liefert deshalb nicht automatisch den Beweis, dass eine bestimmte Textänderung die Ursache war.
Für den Anfang genügt eine klare Aufgabe: Finden Sie das größte erkennbare Hindernis und lösen Sie es vollständig.
Sie möchten Ihre Website gezielt weiterentwickeln?
Vielleicht wissen Sie nach diesem Check bereits, welche Stelle Sie verbessern möchten. Vielleicht sehen Sie mehrere Probleme und möchten klären, ob eine Überarbeitung oder ein Neuaufbau sinnvoll ist.
Bei Funktioniert Einfach unterstütze ich Unternehmen dabei, ihr Angebot verständlich darzustellen und den Weg zur Anfrage klar zu gestalten. Beschreiben Sie kurz, was Sie anbieten und was Ihre Website heute leisten soll. Eine vorhandene Website-Adresse hilft bei der Einordnung.
Alternativ können Sie sich zunächst Leistungen, Ablauf und Preise für Ihre Unternehmenswebsite ansehen.
Quellen und weiterführende Informationen
- [1] Google Search Console: Leistungsbericht, Suchanfragen, Klicks und Impressionen.
https://support.google.com/webmasters/answer/7576553 - [2] Google, web.dev: Web Vitals und die Bereiche Ladeverhalten, Reaktionsfähigkeit und visuelle Stabilität.
https://web.dev/articles/vitals - [3] W3C Web Accessibility Initiative: Gestaltung verständlicher und zugänglicher Formulare.
https://www.w3.org/WAI/tutorials/forms/
